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Daten sollen laufen - nicht die Bürger

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Gutes eGovernment sollte durchlaufende Prozesse für Bürgerdienste anbieten. Es ist unverständlich, wieso heute immer noch Bürger an einem Amt eine Nummer ziehen und stundenlang warten müssen, nur um eine Bescheinigung zu erhalten, die sie dann selbst zu einem anderen Amt tragen oder per Brief dorthin schicken müssen. Das ganze kann bei einfachen Vorgängen wie der Anmeldung einer Eheschließung auch gern 3 oder 4 Ämter involvieren (mit den entsprechenden Bescheinigungen, wie Meldebestätigungen, Geburtsregisterauszügen, Aufenthaltstiteln etc.). Es ist mir ein Rätsel, wieso nicht Amt 1 einfach ein email mit dem angehängten Beleg an Amt 2 schicken und ich nicht von beiden Ämtern eine Bestätigung per email erhalten kann, dass alle Dokumente vorhanden und in Ordnung sind und der Prozess seinen Gang geht. Ich möchte gern einen einheitlichen Ansprechpartner auch als Bürgerin oder Bürger haben. Was für ausländische Unternehmer mit neu zu startenden Dienstleistungsbetrieben geht (siehe EU DLR), muss doch auch für Bürger möglich sein! Ich möchte mit der Verwaltung genauso kommunizieren können, wie mit Amazon , einem Ottoversand oder einem Zeitungsverlag. Dazu brauche ich keine demail, denn bisher ging es ja auch wunderbar ohne. Wir müssen nicht auf riesige Investitionsprojekte warten, nur um Verwaltungsdienste bürgernäher zu gestalten. Wir brauchen Führungskräfte in der Verwaltung, die das wollen und sich nicht auf unterschiedliche Zuständigkeiten herausreden.

Kommentare

"Leider", und das muss man in diesem Zusammenhang sagen, gibt es nicht nur die eine Verwaltung, sondern eine Vielzahl von Akteuren auf Landesebene und im kommunalen Umfeld, die in den meisten zentral initiierten Reformprozessen ein Eingreifen des Bundes sehen und die Potentiale von E-Government kritisch sehen.

Andererseits gibt es auch Beispiele, in denen kommunal initiierte Verwaltunsmodernisierung durch den Bundesverordnungsgeber misstrauisch beäugt wird.

Da sind Forderungen an "die Verwaltung" zwar legitim, aber nicht sehr realistisch, auch gehört zu werden.

Das mag ja so sein, ist aber kein hinreichender Grund, uns von der Vision (und ihrer praktischen Umsetzung) eines one stop governments für Bürger zu verabschieden. Bürgerinnen und Bürger interessiert es nicht die Bohne wer für einen bestimmten Prozess und seine verschiedenen Bestandteile zuständig ist. Sie wollen einfach nur eine bestimmte Dienstleistung der Verwaltung einfach und schnell erledigt bekommen. Es ist nicht zu viel verlangt, wenn man erwartet, dass die verschiedenen Ebenen der Verwaltung hier einen Weg finden, miteinander statt gegeneinander zu arbeiten. Und wenn es nicht aus Gründen der Bürgerzufriedenheit ist, dann wenigstens, weil dies immens viel Steuergelder sparen würde. Wir können ja nicht ewig auf Pump Staatsdienste betreiben.

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